Radierung

Bezeichnung

Das Wort entstammt einem lateinischen Verb und bedeutet soviel wie 'auskratzen'.

Technik

Ursprünglich war damit eine Technik bezeichnet, bei der das Druckbild mit einem spitzen Gegenstand in eine Druckplatte graviert wurde, die anschließend mit Farbe eingerieben und auf ein feuchtes Blatt Papier abgedruckt wurde. Dabei überträgt sich die, in den Vertiefungen befindliche, Farbe auf das Papier und zeigt das Bild.

Nach verschiedenen technischen Erfindungen trifft diese Bezeichnung heute nicht mehr ausschließlich zu. Insbesondere der Einsatz von Säuren zur Erosion der zeichnenden Gravur, erlaubt seitdem zusätzliche Verfahren.

Im Englischen hat der Einsatz von Säuren zur Herstellung von Radierungen deshalb auch zu der Bezeichnung 'Etchings' geführt.

Dabei werden die Druckplatten vor dem Säurebad mit einem schützenden Farbauftrag versehen, der die Oberfläche der Platte dort vor Erosion schützt, wo sie beim Abdruck keine Zeichnung zeigen soll.

Oftmals wird die gesamte Druckplatte lackiert und die Zeichnung wird mit einem spitzen Gegenstand aus der Lackschicht ausgekratzt, wordurch die Grundlage für eine 'Strichätzung' entsteht.

Dort wo deckende Flächen erscheinen sollen wird für Strichätzungen die dafür erforderliche Körnung mit Schraffuren oder Kreuzschraffuren angelegt.

Bei Techniken des 'Aqua Tinta' wird nicht die gesamte Druckplatte abgedeckt, sondern an Stellen die als Flächen erscheinen sollen wird die Platte zunächst blank belassen.

An den blanken Stellen wird die erforderliche Körnung dadurch erreicht, dass der Lack dort nachträglich mittels einer Spritzpistole, oder mittels anderer Verfahren direkt als Staub, auf die blanken Stellen der Druckplatte aufgebracht wird.

Es existieren noch weitere, besonders auch fotografische, Techniken auf die hier nicht weiter eingegangen wird, da die Radierungen des Marijan Vojska strikt auf maschinell übertragene Abbilder verzichten.

Arbeitsweise

Radierungen entstehen in einem Tiefdruckverfahren, für das die Zeichnung, oder besser gesagt die Gravur, spiegelverkehrt auf der Druckplatte erzeugt wird um nach dem Abdruck richtig auf dem Papier zu erscheinen.

Anders als bei Abklatsch- oder Tintenstrahl-Verfahren.

Von dem Künstler verlangt diese Technik die Fähigkeit auf einer zusätzlichen Abstraktionsebene visualisieren zu können, da der Künstler bereits in dem spiegelverkehrten Werkstück die später beabsichtigte Abbildung sehen muss.

Zusätzliche Fähigkeiten sind für die Herstellung von Farbradierungen erforderlich, da für jede Farbe einer Radierung eine gesonderte, deckungsgleiche Druckplatte hergestellt werden muss.

Dadurch, dass die verschiedenen Druckplatten exakt übereinander auf dasselbe Blatt Papier abgedruckt werden, ergeben sich durch die Überlagerung der verschiedenen Farben die Farbmischungen des Bildes.

Der Künstler muss sein Werk folglich nicht nur spiegelverkehrt, sondern zusätzlich auch in den Farben getrennt erzeugen und dabei die möglichen Farbmischungen des subtraktiven Farbsystems erkennen.

In dieser Technik beweist derjenige meisterliches Können, der vorher erstellte Farbentwürfe exakt in eine gedruckte Farbradierung umzusetzen vermag.

Druckplatten

Druckplatten für den Tiefdruck bestehen aus Metall.

Prof. Marijan Vojska fertigt seine Radierungen auf Druckplatten aus Kupfer oder aus Stahl vergütetem Kupfer und seltener aus Zink.

Für Radierungen werden fast ausnahmslos Platten aus Zink oder Kupfer verwendet: Metalle, die leicht manuell graviert werden können.

Die Wahl des verwendeten Metalls hängt von der Höhe der geplanten Auflagen ab.

Zinkplatten verformen sich bereits nach einer geringen Anzahl von Drucken und werden dadurch irreparabel unbrauchbar.

Kupferplatten ermüden, je nach Bearbeitung und Qualität der Ätzung, langsamer.

Druckplatten werden dann mit Stahl veredelt und gehärtet, wenn höhere Auflagen von einer Radierung beabsichtigt sind. Das verwendete galvanische Verfahren erlaubt eine Erneuerung der Veredelung und gewährleistet dadurch eine gleichbleibende Druckqualität aller Drucke einer Auflage.

Papier

Der Druck der Radierungen erfolgt ausschließlich auf von Hand gerissenen Blättern, deren Ränder dadurch ungleichmäßig sind.

Grundsätzlich wird auf hochwertigem holzfreien Büttenpapier gedruckt, das einen Zerfall durch in Holz enthaltene Stoffe, oder dadurch bedingte Verfärbungen, ausschließt.

Die Gewichte des Papiers liegen zumeist zwischen 180g/Bogen bis 300g/Bogen. Der Bogen Kupferdruck Bütten Papier beträgt rund die Größe DIN A0.